Vorlage Symptom Artikel 2

Dies ist ein kurzer Einleitungstext, der schön hervorgehoben werden soll. Ich finde es schön, wenn Texte sich durch solche Gestaltungen ein bisschen aufwerten lassen. Zudem gibt es dem Leser die Gelegenheit sich auch optisch auf den Text einzulassen. Eine Hervorhebung dieser Art kann einen Text auch hervorragend gliedern. So wirkt der Text nicht wie ein riesiger einheitlicher Block oder eine unüberwindbare Textwand. Wenn diese Website neu gestaltet wird, dann machen wir es von Anfang an richtig, und das betrifft auch die Einleitungen von langen Artikeln. Die Einleitung hat ihre eigene Klasse mit dem CSS Selektor .einleitung.

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Im Zuge der Begrüßung stellte sich Prof. Dr. Melanie Jonas vor, die ursprünglich Psychotherapeutin werden wollte, jetzt aber in der Forschung und Lehre tätig ist. Sie war in die Organisation des Symposiums involviert und hatte die Gelder für das Symposium beantragt. Obwohl die Beteiligung der Fachhochschulen am Direktstudium bislang unsicher sei, findet die erste öffentliche Aufklärungsveranstaltung zur Reform bemerkens-werterweise an einer Fachhochschule statt und nicht an den staatlichen Universitäten.

Das Ziel des Symposium sei es, kontroverse Standpunkte zu erarbeiten und die aktuelle Stimmungslage abzubilden. Herr Dr. Jungclaussen betont zur Einführung, dass es noch keine Weiterbildungsverordnung gebe. Im „alten“ – also dem bisher etablierten – System hat man laut den jetzt vorliegenden Rahmenbedingungen nur noch bis spätestens 2032 (ohne auf Basis von Härtefallregelungen gewährte „Extra-Jahre“) Zeit, um seine Ausbildung im bisherigen Ausbildungsverfahrenabgeschlossen zu haben. Für Student*innen bedeutet das konkret, dass 2028 die letzte Möglichkeit bestünde, die „alte“ Ausbildung zu beginnen – angesichts der vorliegenden Erfahrungen in Hinblick auf die reale Ausbildungsdauer sei jedoch eher dasJahr 2025 als letzte Gelegenheit für den Ausbildungsbeginn nach den bisherigen Bedingungen anzusehen, da auch unklar ist, wie lange einzelne Ausbildungsinstitute noch Kapazitäten für den bisherigen Ausbildungsmodus aufrechterhalten werden. Die Approbation muss dann spätestens 2032 erfolgen. Nach der Approbation folgt der Fachkundennachweis und dann die Kassenzulassung. Dabei darf nicht vergessen werden, dass ein voller „Kassen-Sitz“ – je nach lokalen Bedingungen – über 100.000 € kosten kann, was für angehende Therapeut*innen eine weitere Hürde auf dem Weg zur eigenständigen ambulanten Tätigkeit darstellt. Das neue System sieht einenpolyvalenten Bachelor (3 Jahre) vor, der den Universitäten vorbehalten sei. Auch die Fachhochschulen wollen ihn anbieten, dürfen es aber laut den aktuellen Planungen nicht. Medizinische Fakultäten haben auch Interesse bekundet. Nach dem polyvalenten Bachelor soll dann konsekutiv ein Psychotherapie-Master (2 Jahre) folgen, dessen Zugangsvoraussetzungen bislang noch unklar sind (deren Festlegung soll dann den Universitäten obliegen). Auf den Master folgt die Approbation, wonach sich eine 4-5 jährige therapeutische Weiterbildung anschließt. Aus „P.i.A.s“ werden daher zukünftig „P.i.W.s“. Die neue Approbation (nach dem Therapiestudium) wird also faktisch deutlich weniger curriculare Inhalte umfassen als bislang (Fachstudium + postgraduale Ausbildung), bietet aber für die Zeit der Weiterbildung eine bessere berufsrechtliche Grundlage. Doch was passiert mit den Studierenden, die bisher regulär „Psychologie“ studiert haben? Bislang wurden auf gesetzlicher Ebene keine ausformulierten Übergangsregelungen festgelegt, aber es steht bereits fest, dass das neue Studium eine anwendungsorientierte Parcoursprüfung enthalten soll, in deren Rahmen reale Therapiesituationen mit Schauspieler*innen simuliert werden.

„Das Direktstudium Psychotherapie kommt – und nun? Die Folgen des Psychotherapieausbildungsreform-gesetzes“ – so lautete das am 25. Januar stattgefundene Symposium für Studierende an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), welches von Prof. Dr. Melanie Jonas und Dr. Ingo Jungclaussen, beides Hochschullehrende für Psychologie an der FHM in Köln, veranstaltet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Von 10 bis 17 Uhr wurden den Studierenden im Rahmen des Symposiums Vorträge, Workshops, Frage- und Diskussionsrunden sowie ein Mittagsimbiss angeboten. Bis auf die Workshops wurden alle Vorträge auch live im Internet übertragen, da das Interesse an der Veranstaltung sehr groß und die Kapazitäten begrenzt waren.

An dieser Stelle ergibt sich also ein überaus disparater Eindruck, weil einerseits grundlegende Fragen – wie insbesondere die Ausgestaltung von verlässlichen Übergangsregelungen vom „alten“ in das „neue“ System – noch nicht hinreichend geklärt zu sein scheinen, was gerade auch bei gegenwärtigen Student*innen immense Unsicherheiten in Hinblick auf ausbildungsbezogene Optionen mit sich bringt, aber zugleich sehr spezifische Vorhaben, wie exemplarisch der Einsatz von Schauspieler*innen in neuen Prüfungsformaten, bereits Eingang in die Detailplanung gefunden haben. Völlig unklar blieb auch, welche Implikationen diese veränderten Prüfungsbedingungen für den Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie haben werden. Sollen dann auch Kinder- und Jugendschauspieler*innen für simulierte Therapiesituationen eingesetzt werden? Gerade auch hier stellt sich die Frage, wie in solchen Prüfungen die vielfach eingeforderte Verfahrensvielfalt (!) sichergestellt werden soll, da völlig unklar bleibt, wie Studierende ohne jede Lehranalyseerfahrungen (!) in solchen Prüfungsarrangements auch tiefenpsychologische und psychoanalytische Perspektiven einbringen könnten – die dann auch entsprechend notenrelevant geprüft werden müssten. Die vergleichsweise leichtere Umsetzbarkeit verhaltenstherapeutischer Rationale in solchen Arrangements droht die bisherige Überrepräsentanz von Therapieverfahren des verhaltenstherapeutischen Clusters im universitärem Kontext noch weiter zu festigen, anstatt endlich die Pluralität der anerkannten Richtlinienverfahren auch im universitären Lehrbetrieb zur Geltung zu bringen. Zwar wurde angesichts der manifesten Mängel des bisherigen Ausbildungssystems eine Reform gefordert, doch sollte eine solche Reform ganz sicher nicht mit einer Vernachlässigung von Studierendeninteressen einher gehen – zumal sich beim bisherigen Reformprozess auch die Frage stellt, ob politische Entscheidungsträger*innen ohne eigene Expertise im Bereich der therapeutischen Ausbildung (oftmals mit juristischem Werdegang) hinreichend mit den zahlreichen Detailfragen und Kontroversen innerhalb dieses (allein schon durch vier anerkannte Richtlinienverfahren) inhaltlich heterogenen Fachbereiches vertraut sind, um Aspekte wie Verfahrensvielfalt und auch die Interessen der aktuellen Studierendenkohorten hinreichend im Implementierungsprozess zu berücksichtigen. Die Universitäten stehen nun in der Verantwortung, den neuen Bachelorstudiengang – der bislang nicht einmal einen Namen hat – mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel bis zum Start des Wintersemesters 2020/2021 fachgerecht auszugestalten. Die Universität Koblenz/Landau bietet bereits für Ihre Psychologiestudierenden eine Nachqualifikation an.

Resümierend lässt sich in Hinblick auf den gesamten Reformprozess feststellen, dass er letztlich an zwei Metazielen orientiert war: i) Der Entwicklung eines einheitlichen Studiengangs Psychotherapie und ii) der besseren Bezahlung von Absolvent*innen während der Ausbildung. Im Zuge der Umsetzung der Reform wird sich zeigen, inwiefern diese Ziele faktisch erreicht werden oder ob andere Strategien geeigneter gewesen wären, um diese Metaziele ohne die jetzt absehbaren Folge-probleme zu erreichen. Besonders skeptisch wurden im Rahmen des Symposiums Verlautbarungen diskutiert, denen zufolge durch die neue Ausbildung eine kürzere Verweildauer von Patient*innen möglich sei und angestrebt werde. Wodurch diese kürzere Verweildauer jedoch möglich werden soll, bleibt bislang völlig unklar, weshalb zu befürchten ist, dass die Ausbildungsreform mittelfristig auch als Vorwand für kostensparende Maßnahmen fungieren könnte (z.B. Gruppentherapien statt Einzeltherapien ohne klare therapeutische Indikation für dieses Setting), was insbesondere auch in Bezug auf eine zunehmende Delegitimierung von Langzeittherapien zugunsten einer politisch forcierten Fokussierung auf Kurzzeittherapien als denkbares Zukunftsszenario erscheint. Hier gilt es auch weiterhin, sich vehement gegen eine drohende Verschlechterung des therapeutischen Leistungsangebots zu posi-tionieren und auf die gegenwärtig vorliegende Empirie zu verweisen, auf deren Basis sich im Rahmen der Psychotherapiewirkungsforschung – konträr zu diversen kolportierten Klischees – auch die Wirksamkeit langzeittherapeutischer Therapiekonzepte aufzeigen lässt. Das Kernproblem besteht weiterhin darin, dass ein faktischer Mangel von Kassensitzen, der grotesk lange Wartezeiten provoziert, nicht eingestanden wird, weshalb immer wieder neue Maßnahmen und Innovationen präsentiert werden, um auf fast jede erdenkliche Weise eine Erhöhung der Kassensitz-Anzahl vermeiden zu können, obwohl nur auf diese Weise in der gegenwärtigen Versorgungssituation eine spürbare Verbesserung für Patient*innen erreicht werden könnte. Aktuell droht jedoch anstatt einer Verbesserung der Kapazitäts-situation eine weitere Verschärfung, weil ein bislang noch ausstehendes Rechtsgutachten den Status des „Heilpraktikers für Psychotherapie“ klären soll. Falls hier Kapazitäten wegfallen werden, bleibt unklar, wie dieser Wegfall kompensiert werden soll, sofern keine neuen Kassensitze geschaffen werden. Insgesamt stellt sich hier auch die Frage, inwiefern es mittel- bis langfristig gelingen wird, einen gemeinsamen europäischen Ausbildungsrahmen zu entwickeln, um auf EU-Ebene professionelle Standards zu definieren, die Therapeut*innen auch einen Ortswechsel innerhalb der EU erleichtern würden.

Aus der Perspektive einer Psychologie des Unbewussten stellt sich indessen die entscheidende Frage, wie sich das Leitprinzip der Verfahrensvielfalt (zumindest im Sinne der Richtlinienverfahren) innerhalb neuer Psychotherapiestudiengänge umsetzen ließe. Sofern Verfahrensvielfalt als Anspruch ernst genommen wird,hätte das weitreichende strukturverändernde Implikationen für die Ausrichtung des universitären Forschungs- und Lehrbetriebs, die sowohl die thematischen Foki als auch die methodologische Ebene umfassen müssten, da tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie nicht bloß andere Therapiemethoden mit sich bringen, die sich als isolierte „Tools“ in den bisherigen Lehrbetrieb integrieren ließen, sondern auf einem spezifischen Gegenstandsverständnis basieren, das in der aktuellen psychologischen Forschungspraxis gänzlich marginalisiert wurde. Solche strukturverändernden Maßnahmen hätten also auch gravierende Implikationen für die Psychologie insgesamt und ihr Gegenstandsverständnis, was dann auch als wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung integrativer Methoden innerhalb der Psychologie fungieren und somit für die Psychologie und ihr Selbstverständnis neue Wege aus der Verabsolutierung einer positivistischen Gegenstandsdefinition aufzeigen könnte, indem auch die unbewussten Anteile des psychologischen Forschungsgegenstandes als integrale Qualität desselben anerkannt würden. Angesichts der eklatanten Überrepräsentanz verhaltenstherapeutischer Orientierungen im akademischen Lehrbetrieb, der strukturellen Unterfinanzierung des Bildungssystems insgesamt sowie der prekären Beschäftigungsverhältnisse des akademischen Mittelbaus mit allen sich daraus ergebenden forschungspraktischen Problemen erscheint es bislang aber fraglich, inwiefern eine solche Transformation der Psychologie gelingen wird.

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